Tipps für Bewerber

Berufseinsteiger

Als Berufseinsteiger sollten Sie die Erstauswahl Ihres potentiellen Arbeitgebers gezielt vorbereiten und professionell durchführen. Ein Fehler zu Beginn Ihrer Tätigkeit verbaut Ihnen Karrierewege und kostet Sie viel Geld in Form eines entgangenen Gehaltes über die folgenden Jahre.

Die hier formulierten Hauptpunkte informieren Sie über einige wichtige Fragen, die Sie für sich und in Zusammenarbeit mit Ihrem potentiellen Arbeitgeber beantworten sollten:

  1. Informieren Sie sich über die aktuellen Einstiegsgehälter für Interne Revisoren und legen Sie sie für Ihre Gespräche zu Grunde. Nichts ist unprofessioneller als Unwissen in diesem Punkt.
  2. Informieren Sie sich über das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben wollen. Gehen Sie strategisch vor und steigen Sie tendenziell nur bei einem großen Unternehmen mit entsprechend professioneller Interner Revision ein. Downsizen können Sie immer noch, umgekehrt aber wird es schwierig. Die klassischen Fragen (warum ich, warum dieser Beruf, warum dieses Unternehmen) müssen Sie in den Erstgesprächen überzeugend beantworten können.
  3. Bei Beratungsunternehmen müssen Sie damit rechnen, verheizt zu werden und viel mehr unterwegs sein zu müssen als bei einer Internen Revisionsabteilung klassischen Zuschnitts. Auf der anderen Seite lernen Sie bei Beratern mehr, verdienen aber zu Beginn nicht unbedingt viel besser. Es ist also primär eine Investition in eine gute Ausbildung, die Sie aber auch aktiv einfordern müssen.
  4. Legen Sie Wert auf Fachexamen (Certified Internal Auditor, CISA, CCSA, etc.) und laufende Fortbildung in einem Mindestumfang von 80 Stunden p.a. Wenn Sie den Eindruck gewinnen, dass dies nur versprochen, aber nicht in einem Curriculum verbindlich beschrieben ist, fangen Sie erst gar nicht bei diesem Unternehmen an. Ihr Marktwert beginnt mit dem Tag des Eintritts zu sinken.

Professionals

Auch für erfahrene Revisoren gelten einige Regeln, die für uns erstaunlicher Weise nicht immer umgesetzt werden. Schlampige Bewerbungen, Rechtschreibfehler und auch formale Mängel führen dazu, dass ein Unternehmen sofort auf entsprechende Charaktereigenschaften des Bewerbers rückschließt.

Machen Sie vernünftige Fortbildungen und lassen Sie irrelevante Dinge weg, die manche Bewerber in einen CV schreiben, um ihn länger erscheinen zu lassen. Wenn Sie von einem Seminaranbieter zum Zertifizierten Fraudmanager gemacht worden sind, weiß jeder Profi, dass das nichts taugt: Also lieber Finger weg.

  1. Auch Professionals sollten Ihren Marktwert realistisch einschätzen können. Wenn, wie in einem Fall bei uns geschehen, ein Youngster mit zwei Jahren Berufserfahrung 90 T€ fordert, ist er sofort draußen. Auch hier die relevanten Studien zu Rate ziehen und im Zweifelsfall gute Begründungen liefern.
  2. Achten Sie auf einen überzeuenden Lebenslauf und Karrierepfad. Fachexamen, relevante (!!) Fortbildungen und die schrittweise Übernahme von Projekt- und Führungsverantwortung sind wichtige Schritte.
  3. Wechseln Sie nicht zu schnell, oder aber begründet. Ein Wechsel nach zwei Jahren kann auf einen unruhigen Geist hindeuten, es sei denn, Sie machen gute Gründe dafür geltend.
  4. Machen Sie sich bekannt, arbeiten Sie in Gremien, Arbeitskreisen oder anderen fachlichen Organisationen mit. Sie arbeiten nicht nur an Ihrem persönlichen Netzwerk, sondern bekommen auch informell einiges mit.
  5. Schreiben Sie Artikel; die Hürden für Fachartikel sind nicht sonderlich hoch, sorgen aber für einen hohen Aufmerksamkeitswert. Außerdem ist es für Ihr Unternehmen auch nicht uninteressant, sich mal wieder in der Fachpresse zu finden.

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