Andre Heerlein:
Einflussfaktoren auf die Kapazität der Internen Revision: Zur Gestaltung einer effektiven Revisionsfunktion

Wiesbaden 2009

Heerlein hat 2009 eine Arbeit vorgelegt, in der der Zusammenhang zwischen der Kapazität der Internen Revision und deren Einflussfaktoren empirisch untersucht wurde. Der Autor stellt in einem theoretischen Teil seiner Arbeit den Forschungsstand sowie best practices dar und untersucht in einem empirischen Teil die Relevanz der von ihm ermittelten Einflussfaktoren auf die Interne Revision. Er legt hierbei einen funktionalen Begriff der Internen Revision zu Grunde und abstrahiert von der tatsächlichen aufbauorganisatorischen Ausgestaltung der Internen Revision: Entscheidend für das Vorhandensein einer Internen Revisionsfunktion ist somit nicht die Existenz einer Abteilung, sondern die Ausübung der Funktion.

In einer Diskussion der Einflussfaktoren aus der Untersuchung der Literatur entwickelt der Autor dann mehrere Kategorien, die er weiter ausdifferenziert. In der sich anschließenden empirischen Untersuchung analysiert der Autor die Bestätigung seiner Hypothesen in der Praxis. So findet er einen Zusammenhang zwischen der Kapazität der Internen Revision und der Unternehmensgröße, der Geschäftsrisiken und der Bedeutung von Compliance im Unternehmen.

Zusammenfassend sieht Heerlein als wesentliche Faktoren die Unternehmenskomplexität, die Kontrollstruktur, die Arbeitsteilung mit anderen Funktionen, die Risikosituation, Erfordernisse aus der Corporate Governance und der Compliance sowie grundsätzliche Aufgaben und Erwartungen an die Interne Revision.

In der praktischen Anwendung stößt die Anwendung der ermittelten Formel unserer Erfahrung nach auf nicht unerhebliche Schwierigkeiten. Einige Faktoren sind einfach zu beantworten, wie etwa die Frage danach, ob das Unternehmen ein Versorger oder ein Handelsunternehmen ist; dies gilt allerdings nur für nicht lateral diversifizierte Unternehmen. Andere sind wesentlich schwieriger zu bewerten; so geht Heerlein – richtiger Weise – davon aus, dass die Unternehmensmitarbeiterzahl eine wesentliche Auswirkung auf die Revisionskapazität hat. In einem von uns erstellten Gutachten trat die Frage auf, wie bei einer großen gemeinnützigen Organisation etwa ehrenamtliche Mitarbeiter eingeschätzt werden sollten, deren Anzahl ein Vielfaches der Anzahl der angestellten Mitarbeiter betrug.

Die Arbeit selbst ist wichtig und auch für die Praxis von Bedeutung; das Buch nimmt unserer Meinung nach einen wichtigen Platz in der schmalen Bibliothek der Pflichtliteratur für Interne Revisoren ein.