Einführender Überblick

Die Anforderungen an die Interne Revision – das wichtigste Instrument der internen Überwachung – sind mit zunehmender Dynamik des wirtschaftlichen Umfeldes stark gestiegen. Dabei spielt die Ausweitung der Organisationsverantwortung der Unternehmensleitung im Rahmen der Weiterentwicklungen der Corporate Governance sowie die wachsende Bedeutung der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität eine wichtige Rolle.


Infolgedessen hat die Bedeutung der Internen Revision zugenommen, was wiederum eine Ausweitung ihrer Aufgabenstellungen und eine zunehmende Professionalisierung zur Folge hat. Auch das Berufsbild des Internen Revisors hat in den letzten Jahren präzisere Konturen erhalten.

International wird diese Entwicklung durch das Institute of Internal Auditors (IIA) geprägt. Maßgeblich beteiligt war dabei die Übernahme der Standards des IIA durch das Deutsche Institut für Interne Revision e.V. (IIR) im Jahr 1998, die Einführung des Berufsexamens Certified Internal Auditor (Certified Internal Auditor) in Deutschland ebenfalls 1998 sowie die Verabschiedung eigener Revisionsstandards durch das IIR erstmals im Jahr 2001. Dem folgte die Verabschiedung des Leitfadens für den Quality Assessment (QA) durch das IIR im Jahr 2005.

Von Seiten des Gesetzgebers wurden diese Entwicklungen wie folgt begleitet:

  • Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG, 1998)
  • Veröffentlichung der Mindestanforderungen an die Ausgestaltung der Internen Revision bei Kreditinstituten (MaIR, 2000)
  • Verabschiedung Sarbanes-Oxley Act in den USA (SOA, 2002)
  • Einführung Corporate Governance Kodex durch das Transparenz- und Publizitätsgesetz (TransPuG, 2002)
  • Weiterentwicklung der MaIR in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk, 2005)
  • Überarbeitung der 8. EU-Richtlinie (Abschlussprüferrichtlinie, 2006)

Standards fördern die weitere Professionalisierung der Internen Revision

Im Zuge der gestiegenen Professionalisierungsanforderungen an die Interne Revision gewinnt das internationale Regelwerk des IIA auch im deutschsprachigen Raum an Bedeutung. Dabei bilden die IIA-Standards, die erstmals 1978 veröffentlicht wurden, das Herzstück des Regelwerks der beruflichen Praxis der Internen Revision (Professional Practices Framework = PPF). Die Standards, mittlerweile von den Amerikanern umbenannt in International Professional Practices Framework (IPPF) erfahren eine ständige Fortschreibung und Aktualisierung.

Daneben enthält das PPF eine Definition der Internen Revision, den Kodex der Berufsethik (Code of Ethics) sowie weitere Empfehlungen (Praktische Ratschläge = Practice Advisories, IIR Revisionsstandards, etc.).

Bei den Standards und dem Code of Ethics handelt es sich um verbindliche Vorgaben; die Umsetzung der Practice Advisories gilt zwar als unverbindlich, wird jedoch empfohlen. Sie sollen die Interne Revision bei der generellen Auslegung und Umsetzung der Standards sowie der Umsetzung spezieller Aufgabenstellungen unterstützen.

Verbindlich sind die Standards grundsätzlich für alle Mitglieder nationaler Revisionsverbände, die Mitglied im IIA sind. Das bedeutet, durch die Mitgliedschaft im Institut für Interne Revision, das wiederum Mitglied des IIA ist, werden die Standards zur verbindlichen Arbeitsgrundlage. Des Weiteren sind die Standards für alle Certified Internal Auditors (Certified Internal Auditor) maßgeblich.

Die Standards gliedern sich in die so genannten Attribute Standards und die Performance Standards. Mit den Attribute Standards werden im Wesentlichen Eigenschaften beschrieben, die die Interne Revision aufweisen sollte. Die Performance oder auch Ausführungsstandards hingegen zeigen auf, wie bestimmte Tätigkeiten und Aufgaben ausgeführt werden sollen.

The Institute of Internal Auditors (IIA)

The Institute of Internal Auditors ist der internationale Standardsetter für Interne Revisionsleistungen. Es hat die deutsche Revisionslandschaft über die Einführung der Standards nachhaltig beeinflusst.